Anlässlich des 100. Geburtstags der Komponisten Morton Feldman, Earle Brown und David Tudor hatten Akademie für Tonkunst, Internationales Musikinstitut Darmstadt (IMD) und Jazzinstitut Darmstadt am 11. Juni 2026 zu einem gemeinsamen Konzertevent in die Kunsthalle Darmstadt eingeladen. Die Veranstaltung war dabei als Klangparcours angelegt und lenkte den Blick auf die zentralen Ideen der New York School, wie offene Formkonzepte, experimentelle Notationsweisen und neuartige Klangerzeugung. Es musizierten Studierende und Lehrende der Akademie für Tonkunst sowie der Komponist Nikolaus Heyduck.
Die Konzertinstallation fand inmitten der Ausstellung des niederländischen Künstlers Robert Zandvliet statt, dessen Arbeiten an zentrale Impulse der nordamerikanischen Farbfeldmalerei der 1950/60er Jahre anschließen. In jedem Ausstellungsraum erwartete die zahlreichen Besucher*innen dabei ein anderes Musikereignis und die Besucher*innen folgten einfach den Klängen. Dadurch wurde die Musik nicht als abgeschlossenes Werk präsentiert, sondern als Prozess – als etwas, das sich im Moment entfaltet, verändert und im Dialog mit Raum, Interpret*innen und Publikum steht.
Zu hören waren beim Klangparcours einerseits Werke von Morton Feldman („Only“ für Stimme und „Four Instruments“ für Klavier, Violine, Viola und Violoncello) und Earle Brown („Four Systems“, „December 1952“). Andererseits wurde eine Audio-Collage aus Archivaufnahmen und Interviews mit Mitwirkenden abgespielt. Darüber hinaus gab es mehrere Uraufführungen. Von Johannes Morgenroth, Schüler der Kompositionsklasse für Kinder und Jugendliche der Städtischen Musikschule von Jadwiga Frej, erklang das Werk „Grafische Partitur für Klarinette in Bewegung“. Der Darmstädter Komponist, Künstler und Musikpreisträger Nikolaus Heyduck brachte in diesem Rahmen seine Werke „Mobilie Volatils mit zwei mobilen Lautsprecherobjekten“ sowie „4DT – Hommage à David Tudor“ mit Objekten und Elektronik zur Uraufführung. Das Programmheft zum Klangparcours kann hier eingesehen werden.
Das Projekt entstand aus dem Seminar „Werkstatt Neue Musik“ an der Akademie für Tonkunst, geleitet von den Dozent*innen und Darmstädter Musikpreisträger*innen Sun-Young Nam und Arne Gieshoff. Dabei fand eine enge Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) und dem Jazzinstitut Darmstadt sowie der Kunsthalle Darmstadt als externer Partnerin statt. In dieser Kooperation bündelten sich pädagogische, künstlerische und archivalische Perspektiven und haben die Ideen der New York School als lebendige Praxis erfahrbar gemacht. Zugleich knüpfte das Projekt an die langjährige institutionenübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Häuser an und stärkt Darmstadt als Ort experimenteller Musik und offener künstlerischer Denkmodelle.
Fotos: © Leila Martin







