Konzertinstallation zu Notation, Improvisation und Prozessmusik in der New York School
Anlässlich des 100. Geburtstags von Morton Feldman, Earle Brown und David Tudor widmet sich die Veranstaltung zentralen Ideen der New York School: offenen Formkonzepten, experimentellen Notationsweisen und einem musikalischen Denken, das Komposition, Aufführung und Klangforschung bewusst ineinander überführt.
Die Konzertinstallation findet inmitten der Ausstellung des niederländischen Künstlers Robert Zandvliet statt, dessen Arbeiten an zentrale Impulse der nordamerikanischen Farbfeldmalerei der 1950/60er Jahre anschließen. Die Ideen der New York School werden dabei in einen offenen Dialog mit den Räumlichkeiten der Kunsthalle und Zandvliets Ausstellung gesetzt. Berührungspunkte ergeben sich weniger auf der Ebene stilistischer oder formaler Parallelen als vielmehr in einer gemeinsamen Sensibilität für Wahrnehmung, Dauer und die Erfahrung von Zeit im Raum.
Musik wird hier nicht als abgeschlossenes Werk präsentiert, sondern als Prozess – als etwas, das sich im Moment entfaltet, verändert und im Dialog mit Raum, Interpret*innen und Publikum steht.
Darmstadt spielte für Feldman, Brown und Tudor eine Schlüsselrolle: Als prägende Akteure der Darmstädter Ferienkurse trugen sie maßgeblich zur ästhetischen Öffnung und Internationalisierung der europäischen Avantgarde bei. Die Auseinandersetzung mit ihrem Werk ist daher nicht nur historisch, sondern auch kulturpolitisch relevant, da sie sichtbar macht, wie ästhetische Offenheit, internationale Vernetzung und institutionelle Rahmenbedingungen wirksam ineinandergreifen. Die als Parcours angelegten musikalischen Aktionen werden durch Beiträge aus dem Archiv des Internationalen Musikinstituts Darmstadt kontextualisiert.
Die Ideen der New York School treten in einen offenen Dialog mit den Räumlichkeiten der Kunsthalle und der aktuellen Ausstellung von Robert Zandvliet. Berührungspunkte ergeben sich dabei jenseits stilistischer oder formaler Parallelen aus einer gemeinsamen Sensibilität für Wahrnehmung, Dauer und die Erfahrung von Zeit im Raum.
Initiiert aus dem Seminar „Werkstatt Neue Musik“ an der Akademie für Tonkunst entstand das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) und dem Jazzinstitut Darmstadt. Die Kunsthalle Darmstadt begleitet das Projekt als externe Partnerin. In dieser Kooperation bündeln sich pädagogische, künstlerische und archivalische Perspektiven und machen die Ideen der New York School als lebendige Praxis erfahrbar. Zugleich knüpft das Projekt an die langjährige institutionenübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Häuser an und stärkt Darmstadt als Ort experimenteller Musik und offener künstlerischer Denkmodelle.
Es spielen Studierende der Akademie für Tonkunst sowie der Darmstädter Komponist und Künstler Nikolaus Heyduck.